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(024) Waans

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Das Foto rechts oben stammt aus ca. 1963.

 

Übersicht
um 1597Eva Wasems
ab 1660Eheleute Egidius Wasems und Elisabeth N.N.

1685 - 1714

1714 - 1737

Eheleute Anton Wasems und Agnes Bach
Eheleute Anton Wasems und Susanna Hecken

1711 - 1726

1726 - 1757

Eheleute Reinhard Wasems und Elisabeth Knips
Eheleute Reinhard Wasems und Gertrud Ehlen
1738 - 1787Eheleute Paul Heinen und Maria Wasems
1767 - 1778Eheleute Christof Mörs und Gertrud Heinen
1775 - 1807Eheleute Thomas Heinen und Elisabeth Braun
1803 - 1814Eheleute Paul Heinen und Anna Maria Hütsch
1818 - 1843Eheleute Johannes Josef Schäfer und Anna Barbara Vietoris
1828 - 1882Eheleute Peter Engelbert Freuen und Anna Maria Schäfer
1859 - 1906Eheleute Johannes Josef Freuen und Gertrud Pfeil
1898 - 1947Eheleute Egidius Esser und Helena Freuen
1949 - 1986Eheleute Peter Josef Esser und Margaretha Auel
seit 1971Eheleute Klaus Esser und Maria Schneider

 

 

16. Jahrhundert

um 1597 Eva Wasems:
Erstmalige Erwähnung erfährt das Haus „Waans“ durch einen Hexenprozess im Jahre 1597. Hierbei möchte ich mich einer Abhandlung von Heribert Breiden aus dem Jahre 1954 bedienen. Anschaulicher ist der Verlauf eines Hexenprozesses nicht zu beschreiben.
Vom 17. bis 22. Februar 1597 beschäftigte sich das Gericht mit dem Fall der etwa 60-jährigen Hausfrau Eva Wasems aus Waldorf. Die Beklagte ist von mehreren Schmidtheimer Weibern und von dem Schmidtheimer Johannes Krampf, einem vor kurzem hingerichteten Räuber und Mörder, der Zauberei bezichtigt worden.
(Die Schmidtheimer Weiber waren wohl Simons Damens Witwe Maria und die Mutter des Johannes Krampf mit Namen Susanna. Diese Beiden wurden am Samstag, den  15.02.1797, in Schmidtheim lebendig verbrannt. Am 09.04.1597 wurde die Schwester des Johannes Krampf, mit Namen Anna, hingerichtet. Sie gab unter anderem zu Protokoll, am letzten Martinstag „Michelges Süster <Michelges Schwester> zu Waltorff ein rote Kohe helffen tödten". Anm. Andreas Leuther)
Zunächst bestreitet die Beklagte, einen „teufflischen bülen“ gehabt zu haben. Sie habe lediglich „drey christliche bülen“ besessen, womit sie ihre bisherigen Ehemänner meint. Die Schilderung ihrer familiären Verhältnisse fördert die Gründe zu Tage, weshalb sie in den Ruf gekommen ist, eine Zauberin zu sein. Vor Jahren nämlich hatte der Ehemann der Beklagten mit deren Bruder eine Auseinandersetzung, die beinahe in eine Schlägerei ausgeartet war. Als dem Bruder der Beklagten kurze Zeit später auf unerklärliche Weise zwei Pferde im Wasser umkamen, ging er zu einem Kuhhirten, der sich als Wahrsager betätigte. Der Mann verwies auf die Beklagte, welche die Pferde ins Wasser „geblasen“ hätte. Ein zweiter Wahrsager hatte zwar nach der Darstellung dem Bruder der Beklagten den Rat gegeben, die Urheber solcher Bosheiten im eigenen Haus zu suchen. Wie zu ersehen, hat sich der Bruder der Beklagten nicht an diesen Rat gehalten, sondern seine Schwester in der Öffentlichkeit verdächtigt. Seitdem hat sich wohl das Gerücht gehalten, die Beklagte habe die Pferde umgebracht. Die bösen Zungen erhielten neue Nahrung, als der Bruder der Beklagten wiederum eine Weile später krank wurde und starb. Bei der ersten Anwendung der Tortur am 18.02.1597 wiederholt die Beklagte immer wieder, nur Hass und Neid der anderen hätten sie in ihre augenblickliche Lage gebracht. Bei der Fortsetzung der peinlichen Vernehmung am folgenden Tag bekennt die Beklagte, dass ein großer schwarzer Mann im Walde zu ihr gekommen sei, als sie sich in großem Zorn und in Betrübnis wegen einer Zurechtweisung ihres Ehemannes befunden habe. Dieser Mann sei der Teufel gewesen, der sich jedoch nach einem Kreuzzeichen wieder entfernt habe. Am nächsten Tag habe sich der Böse in der gleichen Gestalt genähert. Jetzt habe sie Gott verleugnet und sich mit dem Versucher, der sich „Hans ohnarsch“ genannt habe, geschlechtlich vereinigt. Die empfangenen 5 Gulden hätten sich hinterher in „pferdts köttl“ verwandelt. Die Beklagte ist weiterhin geständig, sich mit ihrem Buhlen „nach teuffelischer artt vermischett“ zu haben, nachdem jener sie im Kuhstall in die Krippe geworfen habe. Sie will auch auf einem Bock zu verschiedenen Tanzplätzen gefahren sein, wo der „Pfeiffer“ auf einem Baum gesessen und auf einem „Pferdtskopff gepfiffen“ habe. Nach der Schilderung der Beklagten befand sich auf dem Hexentanz immer eine größere Gesellschaft, unter der sie eine Anzahl Bekannter, welche sie namentlich aufführt, gesehen haben will. Mit dem Festschmaus am Tanzplatz ist es nach der Behauptung der Beklagten nicht weit her, denn die Teilnehmer müssen ihre Mahlzeit selbst mitbringen. In einem Falle sollen nicht einmal eine ausreichende Anzahl Tische vorhanden gewesen sein, sodass man das Mahl auf einen ausgebreiteten Mantel gesetzt habe. Im übrigen verschweigt die Beklagte nicht, infolge "teuffelischer verpflichtungh und zauberkunst“ folgende Übeltaten begangen zu haben: Sie gesteht, mit Hilfe ihrer Gespielinnen den Tod ihres Bruders herbeigeführt zu haben. Man habe dem Kranken eines Abends eine kleine Unke in die Milch getan und am anderen Morgen Spinnen und anderes Ungeziefer. Ihr zweiter Ehemann habe 5 Jahre lang „gedorrst“, weil sie ihm in gebackene Eier eine kleine Schlange aus dem Zaubertopf gelegt habe. Durch eine Spinne, die sie ihm vor drei Jahren aus dem Zaubertopf mit der Milch eingegeben habe, sei der Mann endlich gestorben. Beinahe selbstverständlich klingt, dass die Beklagte neben diesen Schandtaten auch noch mit Hilfe ihrer Gespielinnen einige Kühe und Pferde durch die Wirksamkeit der schwarzen Materie aus ihrem Zaubertopf getötet hat. Das am 22.02.1597 verkündete Urteil lautet auf den Tod durch das Feuer.

 

 

17. Jahrhundert

ab 1660 Eheleute Egidius Wasems und Elisabeth N.N.


1685 – 1714 Eheleute Anton Wasems und Agnes Bach &
1714 – 1737 Eheleute Anton Wasems und Susanna Hecken:
Vor dem Jahre 1685 heiratete Anton Wasems die aus Alendorf stammende Agnes Bach. Nach deren Tod im Jahre 1714 heiratete er Susanna Hecken. Die Eltern des Anton Wasems dürften Egidius Wasems und Elisabeth N.N. gewesen sein. Anton Wasems verstarb 1732 seine zweite Frau 1737.

 

 

18. Jahrhundert

1711 – 1726 Eheleute Reinhard Wasems und Elisabeth Knips &
1726 – 1757 Eheleute Reinhard Wasems und Gertrud Ehlen:
Der Sohn Reinhard Wasems heiratete zwei Mal, 1711 Elisabeth Knips aus Blankenheim, T.v. Servatius Knips und Veronika N.N., und nach dem Tode seiner Frau im Jahre 1726 Gertrud Ehlen aus Hüngersdorf, T.v. Johannes Ehlen und Petronella N.N.. Seine zweite Frau verstarb 1745, er selbst im Jahre 1757.


1738 – 1787 Eheleute Paul Heinen und Maria Wasems:
Die älteste Tochter aus erster Ehe, Maria Wasems, heiratete 1738 Paul Heinen aus Feusdorf. Paul Heinen, auch Wasems genannt, wurde 1760 zum Sendschöffen ernannt. Er verstarb 1787, seine Ehefrau war bereits sechs Jahre zuvor verstorben.


1767 – 1778 Eheleute Christof Mörs und Gertrud Heinen:
Die älteste Tochter Gertrud Heinen heiratete 1767 den aus Esch stammenden Christof Mörs, S.v. Matthias Mörs und Katharina Bastges. Ihr Ehemann verstarb 1778. Als sie 1781 ein zweites Mal heiratete, zog sie bis zu ihrem Tode im Jahre 1802 zu ihrem zweiten Ehegatten Johannes Joisten in das Haus „Dederes (003)“.


1775 – 1807 Eheleute Thomas Heinen und Elisabeth Braun:
Thomas Heinen, ein Bruder von Gertrud, heiratete um 1775 Elisabeth Braun aus Prüm, T.v. Hubert Braun und Anna Maria Tacke. Thomas Heinen verstarb 1807, seine Ehefrau Elisabeth 1806.

 

 

19. Jahrhundert

1803 – 1814 Eheleute Paul Heinen und Anna Maria Hütsch:
Der älteste Sohn Paul Heinen heiratete 1803 Anna Maria Hütsch, T.v. Johannes Hütsch und Anna Maria Bach aus dem Hause „Altfuss (069)“. Sowohl die Ehefrau als auch seine drei Kinder verstarben früh, das letzte der Kinder im Jahre 1814. Später verzog Paul Heinen nach Alendorf und war Lehrer an dortiger Schule. Er verstarb dort 1837.


1818 – 1843 Eheleute Johannes Josef Schäfer und Anna Barbara Vietoris:
Seit 1818 war Johannes Josef Schäfer Besitzer des Anwesens „Waans“. Er stammte aus Alendorf und war der Sohn von Wilhelm Schäfer und Maria Agathe May. Er heiratete 1818 Anna Barbara Vietoris, T.v. Johannes Josef Vietoris und Anna Barbara Mertens aus Alendorf. Die Ehe blieb kinderlos.


1828 – 1882 Eheleute Peter Engelbert Freuen und Anna Maria Schäfer:
Nach dem Tode von Johannes Josef Schäfer im Jahre 1828, seine Ehefrau Anna Barbara Schäfer geb. Vietoris verstarb 15 Jahre später, wurde das Anwesen „Waans“ an die Eheleute Peter Engelbert Freuen und Anna Maria Schäfer vererbt. Anna Maria Schäfer, T.v. Johannes Schäfer und Agnes Herzig, gebürtig aus Esch, später wohnhaft in Glaadt, war eine Nichte vom Vorbesitzer Johannes Josef Schäfer. Sie ehelichte 1827 den aus Feusdorf stammenden Peter Engelbert Freuen, S.v. Valentin Freuen und Margaretha Hüvel. Peter Engelbert Freuen verstarb 1847, seine Ehefrau im Jahre 1882.


1859 – 1906 Eheleute Johannes Josef Freuen und Gertrud Pfeil:
1868 überschrieb die Witwe Anna Maria Freuen geb. Schäfer das Anwesen „Waans“ an ihren Sohn Johannes Josef Freuen und an ihre Tochter Maria Katharina Mies geb. Freuen. Johannes Josef Freuen hatte 1859 Gertrud Pfeil, T.v. Franz Pfeil und Magdalena Vogelsberg aus dem Hause „Hane (014)“, geheiratet. Maria Katharina Freuen hatte 1867 Mies Johannes, S.v. Egidius Mies und Anna Katharina Vogelsberg wohnhaft im Hause „Arente (023)“ geheiratet. Die Eheleute Mies wohnten im Hause „Arente (023)“. Bereits 1869 verstarb Maria Katharina Mies geb. Freuen im Kindbett. Im Jahre 1886 überschrieb Johannes Mies, Witwer von Maria Katharina, seinen Teil des Anwesens „Waans“ an seinen Schwager Johannes Josef Freuen, so dass dieser nun alleiniger Besitzer war. Gertrud Freuen geb. Pfeil verstarb 1899, ihr Ehemann Johannes Josef verstarb 1906.

 

 

20. Jahrhundert – heute

1898 – 1947 Eheleute Egidius Esser und Helena Freuen:
1900 übernahmen die Eheleute Egidius Esser und Helena Esser geb. Freuen das Anwesen. Helena war das fünfte Kind aus der Verbindung Johannes Josef Freuen und Gertrud geb. Pfeil. Egidius Esser, S.v. Johannes Heinrich Esser und Maria Magdalena Linden, stammte aus dem Hause „Äßisch (020)“.


1949 – 1986 Eheleute Peter Josef Esser und Margaretha Auel:
1935 heiratete der Sohn Peter Josef Esser die aus dem Hause „Lisse (033)“ stammende Margaretha Auel. Sie war die Tochter von Nikolaus Auel und Elisabeth Mies. Ihnen wurde das Anwesen „Waans“ im Jahre 1949 zugesprochen. Die Eheleute verstarben beide 1986.


seit 1971 Eheleute Klaus Esser und Maria Schneider:
Seit 1971 bewohnen die Eheleute Klaus Esser und Maria Schneider, gebürtig aus dem Hause „Arente (023)“, das Anwesen. Die Beiden heirateten 1959 und waren in der Zeit von 1959 bis 1971 wohnhaft auf dem „Leuteratherhof“. Dort wurden auch die ältesten vier Kinder geboren. Maria Schneider ist die Tochter von Siegbert Schneider und Anna Margaretha Üdelhofen.