(044) Pötz


Das Foto oben links wurde am 24.04.1927 aufgenommen, das Foto oben rechts ist aus dem Jahr 1990. das erste Foto auf der linken Seite wurde 1972/73 aufgenommen und das zweite Foto zeigt die Scheune gegenüber im Jahre 1958.
| 1835 - 1852 | Eheleute Johannes Nelles und Katharina Hermes |
| 1855 - 1901 | Eheleute Josef Pauli und Agnes Kirsten |
| 1893 - 1941 | Eheleute Egidius Üdelhofen und Elisabeth Pauli |
| 1926 - 1989 | Eheleute Johannes Üdelhofen und Margaretha Crump |
| 1989 - 1998 | Eheleute Erwin Falch und Agnes Marbacher |
| 1998 - 2016 | Eheleute Wilfried Sicher und Helga Lammers |
| 2016 - 2024 | Karin Schuler und Karin Zanders |
19. Jahrhundert
1835 – 1852 Eheleute Johannes Nelles und Katharina Hermes:
Erbaut wurde das Haus um 1835 von den Eheleuten Johannes Nelles aus Gönnersdorf, S.v. Peter Nelles und Cäcilia Weber, und Katharina Hermes, T.v. Johannes Hermes und Maria Magdalena Schröder aus dem Hause „Jasse (031)“. Die Eheleute heirateten 1835 und wanderten im Jahr 1852 in die USA aus. Am 06.02.1852 fand eine Güterversteigerung statt, bei der Johannes Heinrich Krämer, gebürtig aus dem Hause „Arente (023)“, S.v. Arnold Krämer und Elisabeth Esser und wohnhaft im Hause „Schneggesch (057)“, das Haus erwarb.
Wie kam es dazu, gut 15 Jahre nach dem Hausbau die Heimat zu verlassen? Die großen Auswanderungswellen des 19. Jahrhundert begannen um das Jahr 1840. Zumeist trieb der Hunger die Familien fort. Dies dürfte auch für die ausgewanderten Familien aus Waldorf zutreffen. Das vorherrschende Lebensmittel zur damaligen Zeit war die Kartoffel. Sie sicherte das Überleben der Familien vor dem Hungertod. Gegen die in den 1840er Jahren vermehrt aufkommende Krautfäule, auch Braunfäule genannt, gab es kein Gegenmittel. Der Wille zur Auswanderung basierte auf purer Verzweiflung das eigene Leben und das Leben der Familie zu sichern. Abenteuerlust oder gar politische Gründe dürfte kein Waldorfer Auswanderer im Sinn gehabt haben. In der heutigen Zeit würde man sie wohl als Wirtschaftsflüchtlinge bezeichnen. Überhaupt scheinen im 19. Jahrhundert die Jahre der Missernten durch Witterung nicht aufzuhören. Selbst noch im Jahre 1883 beschließt der Gemeinderat von Waldorf, ein Darlehen aufzunehmen. Mit dem Darlehen sollen Lebensmittel gekauft werden, da ein Drittel der Bevölkerung zu arm ist und mit den Steuerzahlungen im Rückstand liegt. Im Protokoll heißt es: „Dieses ist Notwendig, da im Dorf keine Kartoffel mehr aufzutreiben sei und das Korn zum Brotbacken nur noch für wenige Wochen reicht.“ Diese Gemeinderatssitzung fand am 30.01.1883 statt. Also vergingen noch zahlreiche Monate, bis die nächste Ernte eingefahren werden konnte.
Wie gelang die Auswanderung? Zuerst tat man beim Bürgermeister kund, dass man ausreisewillig sei. Nach einiger Zeit bekam der zukünftige Auswanderer einen Reisepass. Dies war der offizielle Weg, auch „Konsens“ genannt. Oder aber man wanderte einfach ohne Genehmigung aus, was allerdings zu Komplikationen führte, sollte der Versuch der Auswanderung scheitern oder man zurückkehren wollte. Die Auswanderer aus unserer Region wanderten in der Regel über Antwerpen aus. Dies war der kürzeste Weg. Man verkaufte sein Eigentum reiste nach Antwerpen um eine Passage nach Amerika zu ergattern. Da es zu dieser Zeit noch keine Eisenbahnverbindung gab, wurde der Weg zu Fuß zurückgelegt. An die drei Wochen dürfte die Reise nach Antwerpen gedauert haben. Dort angekommen konnte es noch Wochen dauern bis das Schiff mit der gebuchten Passage ablegte. Auch diese Zeit musste überbrückt werden und verursachte zusätzliche Kosten. Knapp drei Monate nach der Güterversteigerung traf die Familie Nelles am 30.04.1852 in New York ein. Die letzte Hürde, die Gesundheitsuntersuchung auf „Ellis Island“, wurde ebenfalls gemeistert. Johannes Nelles verstarb 1893, seine Ehefrau war fünf Jahre zuvor dahingeschieden. Beide verstarben in St. Michael im Wright County in Minnesota. Sie hatten die Reise mit ihren drei Kindern angetreten, zwei weitere waren vor der Auswanderung verstorben. Bekannt ist, dass ihnen in den USA noch ein weiterer Sohn geboren wurde.
1855 – 1901 Eheleute Josef Pauli und Agnes Kirsten:
1857 verkaufte Johannes Heinrich Krämer das Anwesen an Familie Pauli für 204 Thaler. Der Verkauf fand bereits mündlich im Februar 1855 statt und wurde nun legalisiert. Die Eheleute waren Josef Pauli aus Ripsdorf, S.v. Peter Pauli und Gertrud Gaes, und Agnes Kirsten aus Alendorf, T.v. Anna Margaretha Kirsten. Sie waren seit 1847 verheiratet und lebten in Alendorf. Josef Pauli verstarb 1889.
20. Jahrhundert - heute
1893 – 1941 Eheleute Egidius Üdelhofen und Elisabeth Pauli:
Nach dem Tod der Witwe Pauli im Jahre 1901 wurde das Anwesen auf den Schwiegersohn übertragen. Egidius Üdelhofen, S.v. Arnold Üdelhofen und Gertrud Vogelsberg aus dem Hause „Wellems (007)“, hatte 1893 mit Elisabeth Pauli den Bund fürs Leben geschlossen.
1926 – 1989 Eheleute Johannes Üdelhofen und Margaretha Crump:
Im Jahre 1934 wurden die Gebäude auf den Namen des Sohnes Johannes Üdelhofen übertragen. Er hatte 1926 Margaretha Crump aus dem Hause „Halefe (029)“ geheiratet. Margaretha Crump war die Tochter der Eheleute Hubert Crump und Maria Wilhelmina Reißdörfer. Johannes Üdelhofen verstarb 1980, seine Ehefrau schied im Jahre 1992 dahin.
1989 – 1998 Eheleute Erwin Falch und Agnes Marbacher:
1989 wurde das Anwesen verkauft an die Eheleute Erwin Falch und Agnes Marbacher. Die Eheleute waren zuvor wohnhaft in Köln.
1998 – 2016 Eheleute Wilfried Sicher und Helga Lammers:
Am 15.07.1998 verkaufte das Ehepaar Falch das Haus „Pötz“ an Wilfried Sicher und Helga Lammers. Das Ehepaar lebte zur Zeit der Übernahme in Hellenthal/Hecken.
2016 – 2024 Karin Schuler und Karin Zanders:
Im Jahre 2016 wurde das Anwesen an Karin Schuler und Karin Zanders aus Luxemburg verkauft.








